Das Projekt

Die Gotthardpost ist nicht nur ein Stück Schweizer Verkehrsgeschichte, sondern dank Daniel Würgler und seinem Team auch ein lebendiges Kulturgut. Hier sind die Details zu diesem faszinierenden Erlebnis.

Die historische Bedeutung

Die ursprüngliche Gotthardpost erlebte ihre Blütezeit zwischen 1842 und 1881. In Spitzenjahren (wie 1871) wurden über 70.000 Personen pro Jahr über den Pass befördert. Mit der Eröffnung des Gotthard-Eisenbahntunnels im Jahr 1882 verlor der Pferdetransport schlagartig an Bedeutung, bis 13.09.1921 die letzte offizielle Postkutsche den Pass überquerte.

Daniel Würgler und die Wiederbelebung

Seit 1987 lenkt Daniel Würgler die historische Postkutsche. Dass dieses Erlebnis heute noch möglich ist, liegt an seiner Leidenschaft und seinem fachmännischen Können:

  • Die Kutsche: Es handelt sich um eine originalgetreue Nachbildung der legendären Coupé-Berline (ein fünfspänniger Postwagen).
  • Die Route: Die Fahrt führt von Andermatt über die Passhöhe (2106 m ü. M.) nach Airolo. Das absolute Highlight ist die Fahrt am Nachmittag durch die Tremola – die historische, kopfsteingepflasterte Passstraße mit ihren 24 Haarnadelkurven und insgesamt 37 Kehren.
  • Die Pferde: Würgler spannt in der Regel fünf Pferde ein (meist schwere Warmblüter und Freiberger (FM)), die die Kraft für den Aufstieg und die nötige Ruhe für die steilen Abfahrten mitbringen.

Ein Tag als Postillion

Die Fahrt ist für Würgler und sein Team Schwerstarbeit und Präzisionshandwerk:

  • Authentizität: Die Passagiere reisen wie vor 150 Jahren. Es gibt keinen Motor, jedoch modernste Bremshydraulik Hydraulik – und die Stimme des Postillions, sowie die Signale des Posthorns.
  • Mythos: Würgler betont oft, dass das berühmte Gemälde „Die Gotthardpost“ von Rudolf Koller (1873) für ihn eine ständige Inspiration ist, diese Ästhetik und Dynamik am Leben zu erhalten. Das ganze Team betont, dass kein Tag wie der andere ist.

Fakten zur Fahrt heute

Die Fahrten werden heute von der Historischen Reisepost GmbH organisiert. Die Nummer lautet:
041 888 00 05 oder info@gotthardpost.ch

  • Saison: Die Kutsche verkehrt nur in den Sommermonaten (ca. Juni bis Ende August), wenn der Pass schneefrei ist.
  • Erlebnis: Eine Fahrt dauert einen ganzen Tag, inklusive Verpflegung und historischen Anekdoten des Postillions. Reine Fahrzeit beträgt 5 Stunden.

Eine Fahrt mit der Gotthardpost unter der Peitsche von Daniel Würgler ist keine blosse Kutschenfahrt – es ist eine Zeitkreise in die Vergangenheit. Wer heute einsteigt, erlebt den Mythos des 19. Jahrhunderts mit allen Sinnen.

Hier ist eine kurze Beschreibung des Erlebnisses, wie es Reisende erwartet:

Die Reise: Von Andermatt in den Süden

Die Fahrt startet klassisch in Andermatt (Kanton Uri). Schon beim Anspannen der fünf Pferde spürt man die Vorfreude der Pferde und des Teams. Es ist der Moment, in dem die moderne Welt leiser wird und das rhythmische Klappern der Hufe auf dem Asphalt den Takt angibt.

Der Aufstieg zur Passhöhe

  • Das Gespann: Fünf kräftige Pferde ziehen die, gelbe Postkutsche. Der Kutscherthront als Postillion hoch oben auf dem Bock.
  • Die Szenerie: Es geht stetig bergauf, vorbei an schroffen Felswänden und wilden Bächen. Der Wind wird kühler, die Luft dünner. Auf halbem Weg legen wir beim Mätteli einen Znünihalt ein.
  • Die Mittagspause: Auf dem Hospiz (2106 m ü. M.) wird eine standesgemäße Pause eingelegt – wo die Reisenden sich vor 150 Jahren gestärkt haben. Nach einem feinen Mittagessen dürfen die Gäste das „Museum“ besuchen.

Das Highlight: Die Tremola

Der spektakulärste Teil beginnt nach der Passhöhe am Nachmittag. Die Tremola ist die historische, kopfsteingepflasterte Passstraße, die sich in 24 engen Haarnadelkurven ins Val Tremola hinunterwindet.

  • Adrenalin & Handwerk: Hier zeigt sich die Meisterschaft des Postillions. Diese müssen das schwere Gefährt mit der bremsen, während die Pferde in den engen Kurven präzise geführt werden müssen.
  • Das Geräusch: Das Rattern der Räder auf dem Granitpflaster ist faszinierend, ein mechanisches Konzert aus einer anderen Zeit.

Was Reisende wissen sollten

  • Authentizität: Es gibt keine moderne Federung wie im Auto. Was den Charme der „echten“ Reise ausmacht und trotzdem ist es sehr angenehm in der Kutsche.
  • Kleidung: Das Wetter am Gotthard schlägt schnell um. Auch im Sommer sind eine winddichte Jacke und Sonnenschutz Pflicht. Ein „Hut“ ist auf jedenfall Pflicht. Gerne dürfen sich die Gäste wie vor 150 Jahren eikleiden.
  • Perspektive: Man sieht die Welt mit der Geschwindigkeit von ca. 7–10 km/h. Das entschleunigt den Geist und lässt Details der Alpenflora und -fauna sichtbar werden, die man im Auto (oder im Tunnel darunter) völlig verpasst.
  • Grundsätzlich fährt immer Daniel Würgler. Sollte er einmal verhindert sein, sorgt er für einen kompetenten Ersatz.